Ausverkauf des Händels?

Die Zukunft des Verkaufs ist künstlich. Manche behaupten auch: intelligent, jedenfalls großenteils menschenlos. Das ist keine Prognose, sondern zusammengefasst der Tenor von Berichten, die in Übersee gerade die ein-schlägigen Fachmedien bestimmen.

 

Google erwarb kürzlich Allo: eine Messaging-Plattform. Etwas Ähnliches wie WhatsApp; man kann damit Leute kontaktieren, Restaurants in der Umgebung und das Wetter abrufen, Flüge buchen, Taxis bestellen, Bankge-schäfte abwickeln – alles mit kurzen Textnachrichten. Nichts Spektakuläres; bis auf das winzige Detail, dass sich Allo auch in Kommunikationen einmischt.

 

ChatbotAllo ist ein Chat-Bot. Die Maschine liest beim Eintippen von Mails oder SMS mit und sendet die Texte an Google. Weiß also, dass Sie gerade eine Reise buchen oder ein Mittagessen bestellen wollen. Der Bot meldet sich während Ihrer anderen Kommunikationen mit nützlichen Hinweisen und „funkt dazwischen“ (in Messenger- und SMS-Konversationen auf Ihrem Smartphones etwa). Im Idealfall müssen Sie Apps zu Catering oder Reisebuchung erst gar nicht mehr öffnen. Ziel: Apps und Websites überflüssig machen.

 

Es geht voran: Die eschatologische Verwirklichung des Traums, der am Anfang unseres deutschen Wirtschaftswunders stand: „Mit Bauknecht ist Mutti besser dran.“ Warum? „Bauknecht weiß, was Frauen wünschen!“ Facebook, ein weiterer Intensiv-Nutzer solcher Künstlicher Intelligenz, dementierte prompt: Diese Technologie sei völlig „overhyped and underpowered“, heißt es vom Chef des Facebook Messenger beschwichtigend – das inzwischen übliche, ritualisierte PR-strategische Downsizing. Nur Edward Snowden scharrt mit den Hufen: Man könne alles Mögliche tun, nur bitte nicht Allo nutzen.

 

Reaktionen aus unserer Wirtschaft?

Einordnung, Positionierung, Erklärung, gar Hilfestellung?

 

Wir sind gespannt. Allem Anschein nach mal wieder eine neue Technologie, die alle ‚völlig kalt erwischt’…