Besser werden in Sachen Zukunft

Das Hauptproblem beim zeitlichen Vorgreifen besteht darin, dass wir uns schlecht etwas vorstellen können, was wir nicht kennen. Und weil wir das nur vage können und es zudem kulturell nicht sonderlich wertgeschätzt wird (derlei schrammt scharf an der Grenze zum Eskapismus entlang), wählen wir den scheinbar sicheren Umweg über die Prognose: Man nehme Daten aus der Vergangenheit und rechne sie hoch – da weiß man, was man hat. Das ist prinzipiell nicht falsch oder kritikwürdig, bloß erfasst man damit nicht wirklich Neues.

 

Was tun?

Wenn Unternehmen disruptive Innovationen wollen, greifen sie häufig auf Trendforschung zurück – ein komfortabler Weg, denn das Neue, mit dem sie sich dann beschäftigen, tritt in Ansätzen bereits in Erscheinung. Darüberhinaus gehende Innovationsansprüche reklamieren Betriebe, die von sich ausgehen: Davon, welche Kompetenzen sie mitbringen, um Dinge zu verändern. Die radikalste Frage, die Sie stellen können, ist, sich mit Utopien oder auch dem internationalen Benchmark-Unternehmen zu beschäftigen: Was wäre unser Weg, dorthin zu kommen?

 

  1. Outside-in: Was passiert „draußen“ und an was können wir uns ‚anhängen’?
  2. Inside-out: Was können wir auf eine Art und Weise gut, aus der heraus wir den Markt selbst in einem Teilsegment prägen könnten?
  3. Far afield outside-in: Können wir eine Art Google oder Apple in unserer Branche werden – auf Basis welcher Voraussetzungen? Oder könnten wir eine verdeckte Vision realisieren, für die unsere Firma im Grunde steht, die nur noch nicht offen formuliert ist?

 

Die Hürde

Die größte mentale Herausforderung bei dem Versuch, im Denken des Neuen radikaler zu werden, ist, sich davon zu lösen, den Status quo „eigentlich ganz zufriedenstellend“ oder „irgendwie auch okay“ zu finden. Denn selbst, wenn das Unternehmen Innovation als betriebswirtschaftliche beziehungsweise marktbedingte Pflicht ansieht: Gefühlt ist Innovation hier zumeist lässlicher Luxus und nice to have. Solche Organisationen haben nicht die geistig-mentalen Voraussetzungen zu radikalen Innovationen – und zwar nicht deshalb, weil sie nicht kreativ genug wären!

 

Genau das ist ein klassischer unternehmerischer Vorsatz: einen anderen Status tatsächlich zu wollen. Jeder, der sich zum Beispiel vornimmt, abzunehmen oder sich das Rauchen abzugewöhnen, kennt diese mentale Hürde: Ein rationaler Plan reicht dafür nicht aus. In Sachen Zukunft den eigenen Rubikon zu überschreiten, war für jedes heute innovative Unternehmen harte Arbeit.

 

Die gute Nachricht: Sie müssen das nicht. Den angepriesenen Trends folgen geht auch – nur kommt man damit nicht übers Normalmaß hinaus.

 

Kühn denken auf Vorrat wünscht Ihnen ein weit über Ihre bisherige Normalität hinausreichendes 2017: Außergewöhnlich neue Horizonte und inspirierende Perspektiven!