Menschenbilder: Was sagen die USA zum Thema?

„Menschenbilder“ Teil II / III
Wie funktioniert menschlich-sinnhafte Führung im Home-Land des Managements?

Humanbiologisch informierte Führung nennen wir bioökonomische Führung. Eine künftige Bioökonomie steht für ein Führungsparadigma, das nicht nur betriebswirtschaftlichen Erfordernissen gerecht wird, sondern auch denjenigen Ansprüchen und Bedürfnissen, die diejenigen Menschen haben, die die betriebswirtschaftlichen Erfordernisse erbringen sollen. Genau hier liegt die Zeitenwende: Im zweiten ergänzten Teil des Paradigmas. Dieser Teil wurde bisher weggekürzt in Clustern wie Gesundheit / BGM, Leistungsfähigkeit / Produktivität oder soziale Kompetenz / Social Skills, aber er war vorhanden. Denn unbearbeitete, durchschlagende Effekte inhumanen Wirtschaftens kann sich dann doch keine Firma leisten. Wir können Fundament und Quelle menschlichen Potenzials ignorieren, aber nicht die betrieblichen Konsequenzen, die wir ernten, wenn wir das Fundament komplett erodieren und die Quelle versiegen lassen.

Zu diesem Balanceakt ein Kommentar von anglo-amerikanischer Seite. Zur Erinnerung: Das ist diejenige Partei, die das kybernetische Zerrbild einer »Sinnsteuerung« erfunden hat, vorantreibt und Gesellschaft häufig naturalistisch vermisst. Auch diese Gruppe hat den Trend der Zeit erkannt und antwortet auf Purpose-Ansprüche; aber die sind eben „schwierig“, weil es „hard facts“ dazu kaum gibt.

„Von Unternehmen wird zunehmend erwartet, dass sie eine Reihe von Zielen festlegen, die über den Gewinn hinausgehen. (…) Die Zeiten, blinde Loyalität und Treue unterstellen zu können, sind vorbei. Das bedeutet mit anzugeben, wie sie mit ihren Mitarbeitern, Lieferanten und der Gesellschaft und der Umwelt zusammenarbeiten. Aber die Angst bleibt, dass »Purpose« eine allzu luftige Angelegenheit ist, ein bequemes Gespräch, das oft wenig mehr bedeutet als deklaratorische oder idealisierte Aussagen. »Purpose« wird nur dann den Weg in das Zentrum der Gesellschaft finden, wenn es harte Beweise dafür gibt, dass starke Werte dem Unternehmen Geld und sozialen Wert verschaffen. Es gibt einen Haufen anekdotischer Evidenz dafür, aber: Für hartgesottene Anleger reicht dies häufig nicht aus, inbsesondere dann nicht, wenn sie nach einer harten Rendite für ihr Geld suchen. (Zitat eines Forschers: ) ‚Bis dies der Fall ist, wird es äußerst schwierig sein, die Welt des Investments davon zu überzeugen, dass sie sich in diese Richtung in großem Maßstab auf den Weg machen sollte.’“ Quelle p. 307.

Mit anderen Worten: Solange nicht empirisch per Zahlen, Daten und Fakten validiert ist, dass sich ein Firmen-Investment in Sinn und Bedeutung monetär auszahlt, ist das Thema höchstens kirchentagswürdig. Auch in unserem Land dürften zahlreiche Führungskräfte dem zustimmen.

Der springende Punkt ist: In Europa gibt es aufgrund unserer geistig-geistlichen Traditionen immer noch deutlich mehr Menschen, die dem nicht zustimmen. Und diese Leute werden Mitarbeiter, Führungskräfte, Kunden. Was Sie in dieser Sache tun könnten, ist Thema beim nächsten Mal.

Next sensegiving: Menschenbild-Fragen Teil III. Worauf hätte eine humanbiologisch informierte Führung in unserer Region zu achten?

Deep Futures on the way

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